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Der Erbacher Hof war nach seiner Sanierung wieder Veranstaltungsort des KVI Kongresses 2016

Köln, Juli 2016. Der 11. KVI Kongress für verwaltungsorientierte Führungskräfte in Kirchen, kirchlichen und kirchennahen Organisationen fand vom 8. bis zum 9. Juni 2016 - wie schon so oft - im Erbacher Hof in Mainz statt. Mit dem diesjährigen Kongressmotto 'Wandel als Chance' wurden auch die aktuellen Flüchtlingsströme und die damit verbundenen Chancen für unsere Gesellschaft in Deutschland thematisiert. Neben der Politik stehen hierbei auch unsere beiden großen Amtskirchen, die vielerorts als Träger von Kindergärten, Schulen, Hochschulen, Krankenhäusern und zahlreicher anderer Einrichtungen in unserer Gesellschaft fest verankert sind, vor entsprechenden Herausforderungen - auch in der Verwaltung.

Prälat Dietmar Giebelmann, Diözesanadministrator der Diözese Mainz und Andreas Klodt, Dekan des Dekanats Mainz der Evangelischen Landeskirche Hessen und Nassau, begrüßten die Teilnehmer des 11. KVI Kongresses am ersten Kongresstag.

Dietmar Giebelmann

Andreas Klodt

Prälat Dietmar Giebelmann, Diözesanadministrator der Diözese Mainz

Andreas Klodt, Dekan des Dekanats Mainz der Evangelischen Landeskirche Hessen und Nassau

In seiner beeindruckenden Eröffnungsansprache führte Prälat Dietmar Giebelmann, Diözesanadministrator der Diözese Mainz, aus: "Sie haben diesen Kongress unter das Thema Wandel als Chance gestellt. Wandel als Chance - für viele bei uns im Bereich von Kirche wird Wandel eher auch als Bedrohung angesehen, als das Aufgeben von Vergangenem und weniger als die Möglichkeit, etwas Neues zu schaffen. Und wir hätten es natürlich gerne, wenn wir den Wandel vorausschauend klug gestalten könnten. Der Wandel als Chance, gestaltbar oder als etwas, was sich ereignet. Dann kamen im letzten Jahr plötzlich die Flüchtlinge. Wir haben uns darauf vereinbart, im Bistum reden wir nicht über Flüchtlinge - das Wort ist für uns ein verbotenes Wort - wir reden über Schutzbefohlene, Schutzsuchende.", so Prälat Dietmar Giebelmann, Diözesanadministrator der Diözese Mainz in seiner Eröffnungsansprache.

Und er ergänzte: „'Wandel als Chance' oder 'wer sich nicht wandelt, vergeht'. Was sich nicht wandelt, hat keine Zukunft. Die Welt wandelt sich und dieser Kongress gestaltet den Wandel mit. Es gibt, wie gesagt, die einen, die wollen, dass Alles so bleibt, wie es immer schon war. Es gab ja auch die Zeit, wo man Brieftauben aussandte - viele von ihnen kamen auch an. Es hat etwas gedauert, wie gesagt, Wandel als Chance. ... Wir spüren, die Welt verändert sich. Ohne, dass dies von jemandem ganz offen, ganz ehrlich ausgesprochen würde. Wie gesagt, wir haben die Waren, aber die Menschen wollen wir nicht. Deren Arbeitskraft schon - vielleicht. Und dieser Kongress ‚Kirche, Verwaltung & Informationstechnologien‘ stellt sich immer wieder auch gesellschaftlichen Fragen. Weil die Wandlung und die Reaktionen auf diese Wandlung Teil ist eines gesellschaftlichen Tuns.“

Andreas Klodt, Dekan des Dekanats Mainz der Evangelischen Landeskirche Hessen und Nassau, ging in seiner Eröffnungsansprache auf die Entwicklung der Kirchenmitgliederzahlen ein: "1998, als ich nach Mainz kam, waren evangelischkatholisch - immer katholisch natürlich deutlich stärker als evangelisch - evangelischkatholisch zusammengenommen 75% der Bevölkerung Mitglied einer der beider, wie man damals noch nicht zu Unrecht gesagt hat, Mitglied einer Volkskirche. Heute, 18 Jahre später, 18% weniger - sind noch 57% der Bevölkerung evangelisch oder katholisch. Das ist immer noch eine sehr sehr stattliche Zahl - machen wir uns nichts vor. Und es ist vor allem eine deshalb sehr stattliche Zahl, weil wir ja aus bestimmten Gründen, die man benennen könnte, aber jetzt nicht weiter ausführen wollen, eine gewisse Entkopplung der Einnahmesituation der Kirchen von der Mitgliederentwicklung beobachten."

"Wandel als Chance - wie lässt sich denn der Wandel in Kirche, Caritas und Diakonie beschreiben? Wir werden weniger? Peter Scherle, Professor am theologischen Seminar unserer Landeskirche in Herborn hat gesagt, das ist sozusagen die augenblickliche kirchentheoretische Signatur, die wir zu bedenken haben - dieser Rückgang. Aber was wäre denn ein angemessener Ausdruck dafür, ohne in Depression zu verfallen? Und er hat ein Wort gefunden, das ich Ihnen zum Schluss gerne mitgeben möchte, weil ich es sehr gelungen sehr tröstlich - auch mit einem Augenzwinkern gesprochen - höre und aussprechen kann. Er hat gesagt, die evangelische Kirche, die katholische vielleicht etwas weniger, sind auf dem Weg dazu, eine kleine Großkirche zu werden. Den Begriff der Volkskirche vermeidet er, weil er belastet ist, so auch nicht mehr stimmt. Was heißt heute noch Volk, wo wir alle syrischer werden?" so Klodt weiter.

Networking auf dem KVI Kongress 2016

Ein speziell aufgebautes Zelt, in dem ausgewählte Unternehmen Ihre Neuheiten präsentierten, diente als zentrale Kommunikationsdrehscheibe

Zu den Highlights des diesjährigen Kongresses gehörten die Key Speaches von Ulrich Pöner, Leiter der Hauptabteilung Weltkirche und Migration der Deutschen Bischofskonferenz, Monsignore Joachim Schroedel, Seelsorger der deutschsprachigen Katholiken in Ägypten, sowie Prof. Dr. Friedrich Vogelbusch, vom Rat der EKD berufenes Mitglied der 12. Synode der EKD, Honorarprofessor an der Hochschule für Soziale Arbeit in Dresden sowie Wirtschaftsprüfer, Steuerberater und Partner in einer Wirtschaftsprüfungsgesellschaft.

Ulrich Pöner
Monsignore Joachim Schroedel
Prof. Dr. Friedrich Vogelbusch
Ulrich Pöner stellte die aktuellen Herausforderungen der Deutschen Bischofskonferenz in Bezug auf die Themen Schutzsuchende und Migration vor.

Monsignore Joachim Schroedel, der seit 1995 in Ägypten lebt, schilderte in seiner Rede seine Erfahrungen mit dem Orient.

Prof. Dr. Friedrich Vogelbusch ging in seiner Key Speach auf die Umbruchsituation der kirchlichen Verwaltungen ein.

In über 40 Workshops und Vorträgen wurden an beiden Kongresstagen aktuelle Themenfelder, die nahezu alle Verwaltungsbereiche der Kirchen und kirchennahen Organisationen beschäftigen, erörtert - von Beschaffung, Energie und Umwelt, Facility & Immobilien Management, Finanzen, Informationstechnologien, Meldewesen bis hin zu Organisation, Personal-, Qualitäts- und Verwaltungsmanagement.

Auf der traditionellen Abendveranstaltung am ersten Kongresstag wurde zum siebten Mal der KVI Innovationspreis verliehen. Prämiert wurde mit dem KVI Innovationspreis 216 das Projekt „Einsatz von Tablet PCs als Hilfsmittel für Menschen mit Behinderung“ in Einrichtungen der Josefs-Gesellschaft gGmbH. Erstmalig wurde ein KVI Sonderpreis verliehen - um ein besonders nachhaltiges Engagement, das zwischnzeitlich viele Jahre andauert, zu würdigen. Hierbei wurde das Bistum Limburg für sein Engagement „10 Jahre Umweltmanagement“ ausgezeichnet. Die Abendveranstatlung, auf der vom Küchenteam des Erbacher Hofs viele kulinarische Köstlichkeiten gereicht wurden, wurde - wie immer - für vertiefende Gespräche, für Austausch von Erfahrungen sowie für Erörterung von wegweisenden Projektideen genutzt.

Adalbert Bayer, Vorsitzender des KVI Beirats, und Peter S. Nowak, Sprecher der KVI Initiative bedankten sich in ihren Abschlussansprachen bei den Teilnehmern, den mitwirkenden Referenten, Sponsoren sowie beim Kongressteam und den Mitarbeitenden des Erbacher Hofs und luden auf ein Wiedersehen beim 12. KVI Kongress 2017, erneut in den Erbacher Hof nach Mainz, ein. In 2017 findet der KVI Kongress vom 21. bis zum 22. Juni statt.

Die mitwirkenden Unternehmen des 11. KVI Kongresses 2016 waren:

Gold Sponsor: KRZ Stiftung Kirchliches Rechenzentrum Südwestdeutschland

Silber Sponsoren: Cofely Deutschland GmbH, ECKD EDV-Centrum für Kirche und Diakonie GmbH, fidelis HR GmbH, INFOMA Software Consulting GmbH, KirchenSoftware & Consulting GbR, Konica Minolta Business Solutions Deutschland GmbH, Kyocera Document Solution Deutschland GmbH, MACH AG, OPTIMAL SYSTEMS GmbH, RZV Rechenzentrum Volmarstein GmbH, SAP Deutschland SE & Co. KG, varys. Gesellschaft für Software und Abrechnung mbH, Wilken Entire GmbH

Bronze Sponsoren: PSU Personal Services für Unternehmen im Gesundheits- und Sozialbereich GmbH

Kontakt: Sprecher der KVI Initiative, Peter S. Nowak, Tel.: 01 73 / 855 83 44, Fax: 0 22 41 / 905 78 87, E-Mail: pnowak@kviinitiative.de