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Grußworte zum 10. KVI Kongress

Der diesjährige KVI Kongress findet vom 10. bis zum 11. Juni 2015 im Augustinerkloster zu Erfurt statt.

Ilse Junkermann, Landesbischöfin der Evangelischen Kirche in Mitteldeutschland

Der KVI Kongress – Kirche, Verwaltung und Informationstechnologien - 2015 ist aus zwei Gründen ein besonderer. Etwas Besonderes ist das Jubiläum, denn es ist bereits der 10. Kongress seiner Art. Das zeigt, wie wichtig die Arbeit der KVI Initiative mit der von ihr geschaffenen Plattform des Austauschs und der Information ist. Besonders freut mich, dass diese Arbeit ökumenisch verantwortet wird. Römisch-katholische und evangelische Kirchen und Einrichtungen lernen voneinander und miteinander. Dass dies bereits zum zehnten Mal geschieht, gilt es zu würdigen und zu feiern!

Und auch das Motto, das für diesen Kongress gewählt wurde, ist ein besonderes: „Mut zu Veränderungen“ lautet die Überschrift der Tagung am 10. und 11. Juni 2015. Theologie und organisatorische Praxisnähe kommen unter diesem Motto zusammen. Es sind nicht zuletzt die knapper werdenden finanziellen Möglichkeiten, die zu organisatorischem und theologischem Umdenken in unseren Kirchen herausfordern. Zum Organisatorischen gehören anstehende Veränderungen im Selbstverständnis von Verwaltungen, in der Organisationsstruktur und im Blick auf das Verhältnis von Haupt- und Ehrenamtlichen. Theologisch ist mir die Neuentdeckung und Entfaltung des Priestertums aller Getauften besonders wichtig. Für all das braucht es Mut, verbunden mit theologischem Weitblick und praktischem Sachverstand. Der Veränderungsbedarf auf diesem Weg ist in der Evangelischen Kirche in Mitteldeutschland besonders deutlich – wie auch der Mut zu Veränderungen! So freue ich mich, dass gerade dieser Kongress mit seinem wichtigen Thema auf dem Gebiet der Evangelischen Kirche in Mitteldeutschland stattfindet.

Ich wünsche allen Teilnehmerinnen und Teilnehmern einen gewinnbringenden Austausch und bitte Sie schon jetzt: Tragen Sie den Mut für Veränderungen in Ihre Kirchen, in Ihre kirchlichen Einrichtungen und Organisationen hinein!

Mit allen guten Wünschen für einen gelingenden Kongress

Ilse Junkermann, Landesbischöfin der Evangelischen Kirche in Mitteldeutschland

Raimund Beck, Generalvikar des Bistums Erfurt

Ich freue mich, dass der diesjährige KVI Kongress - Kirche, Verwaltung & Informationstechnologien in unserer schönen Stadt Erfurt stattfindet. Das Kongressmotto „Mut zu Veränderungen“ ist nicht nur für unsere Kirchen und ihre Verwaltungen gut gewählt, es verweist auf einen Aspekt, der seit den Anfängen unser Bistum immer wieder bewegt hat. So gründete der heilige Bonifatius erstmals 742 ein Bistum in Erfurt, was aber bereits 755 wieder aufgelöst und dem Bistum Mainz angegliedert wurde. Ab 1821 gehörte Thüringen größtenteils zum Gebiet des Bistums Paderborn. 1929 erfolgte eine Neuordnung der Bistümer in Deutschland. Für das nördliche Gebiet Thüringens wurde nun der Bischof von Fulda zuständig, südlich vom Thüringer Wald der Bischof von Würzburg. 1946 erfolgte für das östliche Gebiet des Bistums Fulda die Errichtung eines Bischöflichen Generalvikariats in Erfurt. 1973 wurden dann formell das Bischöflichen Amt Erfurt-Meiningen errichtet. Nach dem Ende der DDR wurde 1994 zwischen dem Heiligen Stuhl und dem Freistaat Thüringen ein Vertrag über die Errichtung des Bistums Erfurt geschlossen und noch im gleichen Jahr das Bistum Erfurt neu errichtet.

Auch in Zukunft wird es Herausforderungen geben, die den „Mut zu Veränderungen“ brauchen. Ich denke da nur an uns alle treffenden demografischen Entwicklungen.

Es ist gut, dass mit dem KVI Kongress Jahr für Jahr aktuelle und zukunftsweisende Themen aufgegriffen werden, um verwaltungsorientierten Führungskräften in Bistümern und Landeskirchen neue Impulse zu geben. So werden sie auf die immer komplexer werdenden Anforderungen gut vorbereitet.

Ich wünsche allen Teilnehmenden und Mitwirkenden einen anregenden KVI Kongress. Nutzen Sie diesen zum regen Erfahrungsaustausch und zum Dialog auch über den Tellerrand des eigenen Fachbereiches hinaus.

Raimund Beck, Generalvikar des Bistums Erfurt

Propst Diethard Kamm, Regionalbischof Gera-Weimar der Evangelischen Kirche in Mitteldeutschland

Sehr geehrte Damen und Herren, liebe Schwestern und Brüder, als Regionalbischof der Region Gera-Weimar der Evangelischen Kirche in Mitteldeutschland grüße ich Sie im Namen unserer Landesbischöfin Ilse Junkermann und in meinem eigenen Namen auf das Herzlichste. Kirche und Verwaltung - das ist aus meiner Sicht ein spannungsvolles Verhältnis. Immer wieder wird gefragt: Wieviel Verwaltung muss sein und wieviel darf sein? Gilt hier der bekannte Satz: Soviel Verwaltung wie nötig und so wenig wie möglich? Dies klingt sehr griffig, aber stimmt es auch?

Christlicher Glaube, zumal in evangelischer Perspektive, reklamiert für sich Freiheit, Unmittelbarkeit, Spontaneität und Liebe. Er knüpft an an Jesu „Ich aber sage euch …“ und an die Grenzüberschreitungen des Paulus. Er kann sagen „Hier stehe ich, ich kann nicht anders.“ und „Wo dein Herz ist, da ist dein Gott.“ Gibt es da einen Platz für Verwaltungshandeln?

Auf der anderen Seite wissen wir, dass jede menschliche Gemeinschaft, auch die Kirche wie jede andere Institution, sich bestimmten Notwendigkeiten stellen muss: Zuständigkeiten müssen geordnet, Finanzen bereitgestellt und möglichst transparent verteilt, Gebäude erhalten, Arbeit ermöglicht und verantwortungsvoller Ressourceneinsatz kontrolliert werden. Dies bedarf einer geordneten Verwaltung. Als die Urgemeinde nach dem Bericht der Apostelgeschichte die sieben Diakone oder „Armenpfleger“ einsetzte, da war etwas passiert, was in jeder Organisation geschehen kann, auch wenn sie alles tut, es zu vermeiden: eine Gruppe Menschen war bei der täglichen Versorgung schlicht übersehen worden. Die Apostel waren mit dieser Aufgabe überfordert und eigentlich auch nicht zuständig. Ihre Aufgabe war die Verkündigung des Evangeliums und die Seelsorge. Bis dahin hatte sich auch niemand anderes um die Versorgung der griechischen Witwen gekümmert. Und schon gab es Streit, Neid, Unterstellungen. Eine Lösung musste her und sie wurde auch gefunden. Es wurden Verantwortliche eingesetzt. Heute nennen wir so etwas Arbeitsteilung. Vielleicht können wir ja auch sagen: Es wurde eine Verwaltung geschaffen, um den sozialen Frieden in der Gemeinde wieder herzustellen. Aber wir kennen auch die andere Seite: Das Klagen über den ständig steigenden Verwaltungsaufwand, die Verkomplizierung von Prozessen, die Mittel und Arbeitskräfte, die in Ämtern gebunden werden. Dies stößt oft auf Befremden und Ablehnung angesichts kleiner werdender Gemeinden.

Meine Frage lautet: Was davon ist notwendig? Was dient unserer Arbeit, der Verkündigung des Evangeliums? Was ermöglicht und fördert sie? Und was verbraucht vielleicht mehr Ressourcen, als es freisetzt? Als Regionalbischof bin ich nicht direkt Teil der Verwaltungshierarchie unserer Kirche. Aber ich begegne täglich Menschen auf allen Ebenen kirchlichen Lebens, die mit Verwaltungshandeln der Kirche befasst oder konfrontiert oder auch beschwert sind. Und ich habe natürlich auch mein Büro, in dem sich Akten stapeln und E-Mails auflaufen. Ich frage also: Wie können wir die notwendige Verwaltungsarbeit so leisten, dass wir mit effektivem Ressourceneinsatz eine angemessene Qualität gewährleisten, und dabei deutlich machen, dass Verwaltung eine dienende und keine herrschende Funktion hat? Sie will und soll Dienstleister und Öl, nicht Sand, im Getriebe der Verkündigung sein.

Ich verstehe den KVI-Kongress als einen Ort, an dem Sie sich über genau diese Fragen austauschen. Auf dem erfahrene Praktiker neue Ideen präsentieren, Hilfestellungen anbieten und Anregungen geben zur Optimierung und Gestaltung von Abläufen, für mehr Benutzerfreundlichkeit und schonenden Ressourceneinsatz. Dazu wünsche ich Ihnen viel Kreativität, überraschende Einsichten, gute persönliche Begegnungen und ab und zu einen augenzwinkernden Blick über die eigene Schulter. Ich bin gespannt auf Ihre Ergebnisse und darauf, was davon in unserer Kirche ankommt.

Gott segne Ihre Arbeit

Propst Diethard Kamm, Regionalbischof Gera-Weimar der Evangelischen Kirche in Mitteldeutschland

Prälat Dietmar Giebelmann, Generalvikar des Bisums Mainz

Sehr geehrte Damen und Herren, Mut zu Veränderungen ist in diesem Jahr das Thema des KVI Kongresses. Sie führen damit die Reihe der aktuellen und zukunftsweisenden Themen fort, die den KVI-Kongress auszeichnen, um den verwaltungsorientierten Führungskräften neue Impulse zu geben. Sie geben damit wertvolle Impulse wie sich die kirchlichen Verwaltungen den veränderten Verhältnissen anpassen und auf Veränderungen reagieren können.

Auch wenn ich mich mit diesen Worten vielleicht wiederhole – sie sind und bleiben aktuell: Die Verwaltung muss die Dienstfunktion neu beschreiben zwischen Nähe und Entfernung. Neue Kommunikationssysteme müssen den bisherigen ganz persönlichen Händedruck ersetzen und da sind wir erst am Anfang. Die Verwaltungserneuerung ermöglicht eine Pastoral der Zukunft. Dazu hat der KVI-Kongress eine wichtige Dienstfunktion. Es ist für die Zukunft der Kirche wichtig, voneinander zu lernen, sich auszutauschen. Wir brauchen alle, Bistümer und Landeskirchen, neue und kreative Ansätze.

Ich wünsche allen Teilnehmerinnen und Teilnehmern und den Veranstaltern einen informativen, erkenntnisreichen Austausch beim 10. KVI Kongress in Erfurt und wir freuen uns sehr, Sie zum 11. KVI Kongress im Jahr 2016 wieder in Mainz zu begrüßen.

Prälat Dietmar Giebelmann, Generalvikar des Bistums Mainz